Di. Mai 28th, 2024

Recycling muss ernst genommen werden!

Es gab Zeiten, da galt Papier als absolutes Luxusprodukt. Heutzutage wird es als alltägliches Verbrauchsmittel angesehen. In Büros, Schulen und Universitäten wird es jeden Tag in großen Mengen verwendet, allerdings auch weggeworfen. Daheim schätzen wir es als Toilettenpapier, aber sowohl im Büro, als auch in den eigenen vier Wänden jammern wir darüber, wenn es sich zum Papiermüll auftürmt. In unserer hochtechnisierten Welt hört man immer wieder Worte wie „papierloses Büro“, doch so wirklich scheint es ohne den Faserstoff nicht zu gehen. Aber muss es denn wirklich immer frisches Papier sein, auf dem wir eine Notiz oder einen Gruß hinterlassen?

In deutschen Büros wird täglich jede Menge Papier benötigt

Bild: Papier wird selbst heute noch in Unmengen benötigt. Bildquelle: Nomad_Soul – 378848536 / Shutterstock.com

In Deutschland werden im Jahr rund 22,5 Millionen Tonnen frisches Papier hergestellt. Weltweit rangiert damit die BRD auf Platz 4 unter den quantitativen Top-Produzenten. Einer der dafür maßgeblichen Gründe ist unser hoher Verschleiß. Nimmt man Südamerika und Afrika zusammen, so kommen die beiden Kontinente auf etwa denselben Verbrauch wie wir. Pro Kopf sind dies hierzulande 250 Kilogramm Papier. Für jedes dieser 250 Kilo werden schon in der Herstellung 2,3 Kilogramm Holz verarbeitet. Annähernd jeder zweite Baum weltweit wird gefällt um den globalen Bedarf an frischem Papier zu decken. Ein Fakt, welches seit Jahren von der Umweltorganisation WWF kritisiert wird. Dabei ist Deutschland zwar nach den USA der zweitgrößte Importeur für Papier, zugleich aber auf dem ersten Platz, wenn es um die Sammlung von Altpapier geht.

Es ist also mehr als nur wichtig, dass Unternehmen, Schulen, Unis und andere Lehranstalten gegen die sinnlose Verschwendung von Papier vorgehen und dabei an unser aller Bewusstsein für Nachhaltigkeit appellieren. Die technischen Möglichkeiten für papierlosen Arbeitsalltag sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Mittels intelligenter Verwaltung in der Dokumentation wird die Ablage von Akten in Papierform in vielen Fällen komplett überflüssig. Denn auch wenn wir natürlich nicht auf Toilettenpapier verzichten wollen und man meinen mag, dass dieses einen Hauptteil ausmacht, so irren wir genau an dieser Stelle: Drucker und Kopierer liegen im Verbrauch noch immer vor dem unverzichtbaren Hygieneartikel.

Weniger Papierverschwendung ist ein wichtiger Gedanke

Bild: Beim Papierverbrauch muss ein Licht aufgehen. Bildquelle: Ruslan Grumble – 238620448 / Shutterstock.com

In Schule und Universität den nachhaltigen Umgang mit Papier lernen

Der sinnvolle Umgang und Einsatz von recyceltem Papier lässt sich nachhaltig schon in der Schule oder in jeder Universität erlernen und anwenden. Zunächst einmal ist dabei ein grundlegender Schritt zu beachten: Nur wenn auch recyceltes Papier gekauft wird, ergibt es überhaupt Sinn Altpapier zu sammeln. Der Prozess Papier zu recycelten verbraucht erneut Energie und ist in der grauen Theorie teurer, als Frischfaserpapier herzustellen. Recyclingprodukte gibt es für nahezu alle Verwendungszwecke von Papier: Vom Schulheft bis zum Briefumschlag, vom Kaffeefilter bis zum Toilettenpapier. Dazu gehört auch Druck- bzw. Kopierpapier in allen Qualitätsklassen.

Die meisten Lehranstalten werden über Städte und Landkreise finanziert und müssen somit erst einmal deren Beschaffungsstelle davon überzeugen recyceltes Papier einzusetzen. Leider ist dieser Schritt erfahrungsgemäß ein mühsamer. Allerdings einer, der sich aus Sicht von Nachhaltigkeit und Zukunft für alle Beteiligten lohnt, die weiterdenken, als bis zur nächsten Etatverhandlung. Die nordrheinwestfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat beispielsweise eine Dienstanweisung erlassen, nach der seit dem 1.1.2009 für den internen Schriftverkehr Recyclingpapier mit dem Blauen Engel verwendet werden soll – das schließt den Unterrichtsbedarf von Schulen mit ein. Begleitet wurde dies durch einen Informationsbrief, der klugerweise als PDF versandt wurde.

Jedes weniger verbrauchte Blatt Papier schont die Umwelt

Bild: Papier zu sammeln macht nur Sinn, wenn auch recyceltes Papier genutzt wird. Bildquelle: oBebee – 419558404 / Shutterstock.com

Ökonomisches und ökologisches Handeln in Selbstverantwortung

Nicht erst seit gestern sind alle Schulmaterialien, wie Hefte oder anderes Schreibpapier, in guter Qualität als Recyclingware erhältlich. Sie sind allerdings weniger günstig als das typische „weiße Papier“. Ein ökonomischer Ansatz um dieses Problem zu umschiffen ist beispielsweise die Gründung einer „Schülerfirma“, die innerhalb des Schulbetriebs umweltgerechte und nachhaltige Materialien für den Schulalltag verkauft. Im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung spielt dieses Organisationsmodell eine besondere Rolle, weil es die Ökonomie nutzt, um ökologische und soziale Ziele zu erreichen. Die beteiligten Schüler können so bereits praktisch Kompetenzen erwerben, die sich auch im späteren Leben als sehr nützlich erweisen werden.

Generell sollte beim Papierkauf auf Umweltzeichen wie „Blauer Engel“ geachtet werden, der vom Umweltbundesamt für besonders umweltfreundliche Produkte aus Recyclingpapier verliehen wird. Gleichzeitig garantiert der Blaue Engel volle technische Nutzbarkeit auf modernen Druckern und Kopierern. Marken wie Alnatura, Avery Zweckform und auch die Hersteller von Plano Kopierpapier, verfolgen dieses Ziel.

Ein Rechenbeispiel zur Kostenfrage von recyceltem Papier

Der Kostenpunkt von recyceltem Papier wird immer wieder angeführt. Sparsamkeit zählt, kurzfristig gedacht, leider mehr als Nachhaltigkeit. Für 500 Blatt einfaches Kopierpapier bezahlt man im Versandhandel (je nach Händler, Papiersorte, Einkaufsvolumen und aktueller Marktlage) zwischen 3,00 und 5,00 Euro. 5,00 Euro entsprechen einem Preis von 1 Cent pro Blatt. Wenn man die Anschaffung und Wartung des Kopierers, den Toner und den Stromverbrauch mit einbezieht, kommt man aber auf einen Gesamtpreis von 10 Cent pro Kopie (das hängt wiederum sehr stark von diversen Faktoren ab wie der Art des Gerätes, Anzahl der Kopien, einfarbige vs. mehrfarbige Kopie etc.). Je nach Händler kann Recyclingpapier teurer sein als die billigste Sorte an frischem Papier. Nehmen wir an, es würden Mehrkosten von 1,00 Euro pro 500 Blatt akzeptiert werden – das wären dann 0,2 Cent pro Kopie bzw. 2 Prozent der Kopierkosten. Wird dann jedoch nachhaltig und sinnvoll (z. B. auch doppelseitig oder mit Verkleinerung) kopiert, sind diese scheinbaren Mehrkosten schnell wieder durch weniger Verbrauch eingeholt.

Jedes gesparte Blatt bedeutet weniger Belastung für die Umwelt

Allgemein lässt sich über den Verbrauch von Papier vor allen Dingen eines sagen: Jedes Blatt, welches nicht gedruckt wird, wird gespart und schont die Umwelt. Dabei ist es völlig egal, ob mit recyceltem Papier oder frischem Papier gearbeitet wird. In Sachen Papier steht aber fest, dass Altpapier die bessere Alternative ist. Schon beim Holz beginnt alles. In den meisten Fällen stammt der begehrte Rohstoff aus dem Ausland und nicht aus der heimischen und ökologischen Forstwirtschaft. Nicht nur ist die Abholzung oftmals nicht nachhaltig, auch der lange Transportweg verbraucht Energie und belastet die Umwelt. Alles Faktoren, die sich negativ auf die Ökobilanz auswirken. Selbst wenn die Zell- oder Holzstoffe nicht aus Tropenholz gewonnen werden, stammen diese doch zumeist von Plantagen, für die Tropenwald gerodet werden musste, oder aus nordischen Urwäldern, die gleichermaßen erhaltenswert sind. Die Herstellung von Recyclingpapier belastet die Umwelt in jeder Hinsicht weniger und die Qualität von Recyclingpapier ist – bis auf sehr, sehr wenige Ausnahmen – der Qualität von Frischfaserpapier absolut ebenbürtig.

Bildquellen:

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Von Christian